26.06 2016 Der Realitätsverlust ist grenzenlos

 

 

Nun ist die Katze aus dem Sack. Der Beitragsservice hat seinen „Jahresbericht 2015“ veröffentlicht. Dabei wird frisch fröhlich von „einer erfolgreichen Durchführung des Meldedatenabgleichs“, „einem ganzheitlichen Qualitätsansatz beim Qualitätsmanagement, und von„einer Orientierung zu einer organisationsübergreifenden Betrachtung der Prozesse mit dem Schwerpunkt der Fehlervermeidung bzw. der vorausschauenden Ausräumung möglicher Fehlerpotenziale“ - als Ziel schwadroniert.

 Dabei befindet sich der Geschäftsführer vom Beitragsservice Dr. Stefan Wolf in bester Gesellschaft mit der amtierenden ARD Vorsitzenden Karola Wille, welche in einem Interview mit Digital Fernsehen erklärt “ ARD wird für die Gesellschaft immer wichtiger“.

 Nun, ich komme seit über 20 Jahren hervorragend ohne Radio, seit 2008 aus Protest gegen die derzeitige Medienpolitik - auch ohne Fernsehen aus. Der Teil mit der „gestiegenen Bedeutung“ muss wohl durch meine Internetzugang und der Verfügbarkeit Tausender unabhängigen Informationsquellen vollständig an mir vorbei gegangen sein.

Kann mir gut vorstellen, dass die Pferdedroschkenkutscher beim Auftauchen der ersten Automobile am Anfang des letzten Jahrhunderts, wohl ähnlich realitätsfern und hilflos agierten.

Wie sonst ist es zu erklären, die 25 Millionen Mahnmaßnahmen im Jahre 2015 mit „größtenteils Vergesslichkeit der Kunden“ zu bagatellisieren?

Der Informationsgehalt des veröffentlichten MDR Geschäftsberichtes von 2014 wirft so einiges an Fragen auf. Während dort auf Seite 89 von der MDR Intendantin Karola Wille der Forderungsausfall mit 27 Millionen Euro beziffert wurde, gab es im Gegensatz dazu auf eine kleine Parlamentarische Anfrage der AfD die Aussage der Forderungsausfall beliefe sich auf 39,7 Millionen Euro???? Eine Differenz von über 12 !!!!Millionen Euro? Wahrscheinlich aus Vergesslichkeit???

Welchen Wert bzw. Nutzen haben Veröffentlichungen von Geschäftsberichten des MDR für den erzwungenen Beitragsentricher bei derart egalitärer Auslegung des vorliegenden Zahlenmaterials?

Es entsteht der zunehmende Eindruck, dass den gravierenden Akzeptanzproblemen „Eisbergcharakter“ innewohnt und die ö.r Rundfunkanstalten bestrebt sind, bestenfalls nur die schmale Spitze beim Forderungsausfall einzuräumen.

Man „sucht noch nach Erklärungen“ für die Renitenz der Kunden. Dabei wäre die Lösung so einfach, folgendes „Gutachten“ gibt es gratis mit auf den Weg:

- eine bindende Definition der Grundversorgung mit Fokus auf den Informations und Bildungsauftrag

- mehr Sozialverträglichkeit, sprich eine leichtere Befreiungsmöglichkeit für niedrigere Einkommensgruppen

 - eine tatsächliche Transparenz über Einnahmen und Ausgaben

 - eine tatsächliche staatsferne auch beim MDR Staatsvertrag

 - mehr Mitsprachrecht der Bürger bei der Ausgestaltung künftiger Rundfunkstaatsverträge

 - Wegfall der Mehrfachbelastung für Selbständige, Pendler und Kfz Besitzer

 Um hier nur einige der herausragenden Gründe für den zunehmenden Widerstand der Betroffenen beim Namen zu benennen.