2013 Solidarisch-Gerecht-Für Alle

 

Liebe Freunde der Gerechtigkeit, Solidarität und Staatsferne!

Nach dem ganzen Trubel um den Jahreswechsel können wir doch erst mal alle tief und befreit durchatmen. Denn ab sofort sorgen unsere beliebten Landespolitiker, gemeinsam mit den Intendanten des ö.r. Rundfunk, für mehr Solidarität und noch viel, viel mehr Gerechtigkeit in unserem Lande!

Und das Wunderbarste - für w i r k l i c h ALLE!!

 

Die frohe Botschaft kündet von Plakaten, in Anzeigen und den ureigensten Medien Radio und Fernsehen, von unserer leuchtenden Zukunft! So dass jetzt wirklich alle in kollektive Jubelschreie ausbrechen dürften.

Selbstständige wie Zweitwohnsitzbesitzer werden sogar mehrfach an den Stürmen der Begeisterung teilhaftig. Und erst die Gehörlosen, Blinden und Sehschwachen, die nach jahrelangem Schattendasein endlich erstmals ihren solidarischen Teilbeitrag leisten dürfen, die werden sich doch gar nicht mehr einkriegen vor lauter Begeisterung.

Über diese neu entdeckte Solidarität ist die weitere Finanzierung von Partys wohl nun wirklich auf grundgesunde Füße gefallen, was besonders in den Chefetagen wohlwollend zur Kenntnis genommen wird. Wäre doch gelacht, wenn Thomas Bellut es dem Großen Markus Schächter nicht gleichtun könnte:

Der hatte nämlich zu seinem Abschied vom Chefsessel des ZDF die Sektkorken noch mal richtig knallen lassen. Rund 28.000 EUR soll die Party ohne Miete gekostet haben. Dem Gebührenzahler blieb dieses Ereignis gerechtigkeitshalber verborgen.

Freuen dürfte sich auch Herr Kurt Beck, wenn die Gelder reichlicher sprudeln. Das ZDF oder doch eher der solidarische Rundfunkbeitragszahler, zahlte nämlich für die Party zu Kurt Becks 60. Geburtstag. Na ja, als Verwaltungsratschef des politikunabhängigen Rundfunks, hat er das wohl verdient.

Und erst die orgiastischen Schreie der Gottschalks, Jauchs, von Intendanten, Fußballern, verdienten Künstlern der Volksmusik, die Maybrit Illners, Markus Lanzs, die vielen Rundfunk und Verwaltungsräte, die Programmbeiräte, nicht zu vergessen unsere argusäugig die Privatsender kontrollierenden Landesmedienanstalten und die fleißigen fest- und freiberuflich Mitarbeitenden der 22 Fernsehkanäle und 67 Radiosender, die für unsere mediale Grundversorgung zuständig sind! Sie alle freuen sich über unsere Solidarität.

Doch genug von der Solidarität, es siegt ja auch die Gerechtigkeit. Da unsere Politiker in den Parlamenten zu wenig zu tun haben, ist es nur gerecht, wenn sie ihre kostbare Aufmerksamkeit auch auf lukrative Zweitaufgaben zu lenken:

Viele brave Parteisoldaten üben Gerechtigkeit und Nachsicht mit den kleinen Fehlern die immer mal passieren können. Mit equadorianischen Staatsanleihen verzockt, wie der Intendant des MDR? Schwamm drüber, Wechsel vom Regierungssprecher in den Intendantenstuhl des BR wie Ulrich Wilhelm,- kein Problem! Geht doch auch anders herum, wie Herr Steffen Seibert, ehemals Moderator des Heute Journals - nun als Chef des Presse- und Informationsamtes in Diensten der Regierung mit größter Lockerheit beweist.

Wiederwahl der Intendantin Monika Piel vom WDR ohne Gegenkandidaten? Na, wenn's weiter keiner machen will, hat sie sich halt geopfert.

Staatsfern und unabhängig und deshalb wohl auch gerecht, war die angekündigte Absetzung des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender, wie aus gut unterrichteten CDU Kreisen um den ehemaligen Ministerpräsidenten Roland Koch zu vernehmen war.

Gerechtigkeit all überall, vom Gerechtigkeitsüberfluss kann auch der MDR ein Liedchen beitragen:

Unterhaltungschef Foht sorgte mit ausgeprägten Gerechtigkeitssinn dafür, dass auch Nachwuchskünstler ihre Chance bekommen sollten, völlig unverständlich das er wegen Entgegennahme von Unterstützungsgeschenken gleich den Hut ziehen musste.

Beim Kinderkanal dürften sich die Gerichte wohl noch ein paar Jährchen mit der Spielsucht des Marcus Kirchhof auseinandersetzen - wie ungerecht! Waren doch nur Peanuts, vom Gesamtetat aus betrachtet...?

Bei so viel Solidarität und Gerechtigkeitssinn können wir uns bestimmt bald über eine Verdoppelung oder zumindest eine deutliche Steigerung der Programmvielfalt beim ö.r. Rundfunk freuen, gelle? Meine jetzt, immerhin gibt es 80 Millionen Bundesbürger,

da geht doch bestimmt noch was oder?

In diesem Sinne noch mal herzlich willkommen im:

Solidarischeren und deutlich gerechteren Jahr 2013!

 

von Euerm Frank